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Bild zu Privatsphäre am Arbeitsplatz

So bekommst du deine nötige Privatsphäre am Arbeitsplatz

In der Regel benötigt der Mensch eine gewisse Privatsphäre im Job. Damit ist, gerade in Zeiten der flexiblen Arbeitsplätze, nicht zwingend das Foto der Lieben oder die eigene Topfpflanze gemeint. Oft ist es psychologischer Druck der durch das Arbeitsumfeld entsteht, welcher eine gewisse Privatsphäre nötig macht um überhaupt vernünftig arbeiten zu können. Wenn z.B in Großraumbüros jeder mithören kann wenn der Chef Kollegen rügt, private Telefonate lieber auf der Toilette geführt werden oder jeder der an einem vorbeiläuft sehen kann was sich auf Ihrem Bildschirm befindet, erzeugt dies latenten Stress. Arbeitsleistung steht im Zusammenhang mit Zufriedenheit und Wohlbefinden. Klar, kein Job ist ein ständiger Ponyhof. Wer aber gerne zur Arbeit gehen möchte, der sollte sich seine Privatsphäre schaffen dürfen.

5 Tipps für eine bessere Privatsphäre

Eine internationale Studie von Steelcase, befasste sich mit dem Problem der Privatsphäre und des Wohlbefindens am Arbeitsplatz. Dabei wurde klar: Vielen Mitarbeitern fehlt eine Möglichkeit um sich zurückziehen zu können. Auch vermissen viele ein ruhiges Arbeitsumfeld, da ständige Ablenkung zu Konzentrationsproblemen führt. Auch wer immer in Teams arbeitet, braucht in der Regel eine Möglichkeit des persönlichen Rückzugs um seinen Bedürfnissen Raum zu geben. Diese Studie unterscheidet in 5 verschiedenen so genannten Strategien.

  • Strategische Anonymität:

    Mitarbeiter entscheiden sich, bewusst nicht für andere verfügbar zu sein.

Tipp: Am besten immer direkt handeln und Grenzen aufzeigen. In Ihrem Privatleben haben Mails und Anrufe nur Platz, wenn Sie dies wünschen und ansagen. Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und Chef und Kollegen machen keinen Unterschied ob Sie im Büro sitzen oder in Ihrer Freizeit im Gartenstuhl, handeln Sie. Machen Sie mit nachvollziehbaren Gründen klar, dass Sie ab sofort auf Ihre Privatsphäre bestehen und keine Anrufe in der Freizeit wünschen, bzw. erst EMails während Ihrer Arbeitszeit beantworten. Sie benötigen diese Privatsphäre um gute Leistungen zu erbringen.

  • Selektive Preisgabe:

Bewusste Entscheidungen des Mitarbeiters, was er alles mit anderen teilen möchte, und mit wem.

Tipp: Lege mehr Wert auf fachlichen oder allgemeinen Informations-Austausch und gebe nicht so viel von dir Preis. Über Krankheiten, Jugendsünden oder deine politische Einstellung, solltest du besser nicht mit Kollegen reden, sondern gehört in deine Privatsphäre.

  • Vertraulicher Austausch:

Persönliche Angelegenheiten die mit einer bestimmten Person besprochen werden möchte.

Tipp: Stoßen Sie mit Kollegen doch die Idee an, einen kleinen Raum für solche Bedürfnisse zu schaffen. Hier kann der Vorgesetzte mit Ihnen auch alles Besprechen, ohne, dass es jeder mitbekommt

  • Bewusste Abschirmung:

Mitarbeiter möchte seine Gedanken, Daten und sein räumliches Umfeld vor beispielsweise Störungen anderer schützen.

Tipp: Wenn Sie den Blick auf Ihren Bildschirm fürchten bzw. sich unwohl fühlen, setzen Sie ich mit dem Rücken zur Wand. Oder sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten über einen Raumtrenner hinter Ihnen. Das kann ein Regal sein mit Büchern. Gerne auch um Platz für ein paar persönliche Dinge dort zu platzieren.

  • Zweckmäßige Abgeschiedenheit:

In einem separat abgetrennten Raum oder außerhalb des Büros, um dort zu arbeiten oder persönliche Dinge zu klären.

Tipp: Verbringen Sie Ihre Pause doch mal bewusst alleine. Zum Beispiel in einem Kaffee. Sie können sich dort mit sich selbst über private aber auch berufliche Dinge auseinandersetzen.

Welchen Vorteil bietet das Ihrem Unternehmen?

Privatsphäre schafft Zufriedenheit. Signalisieren Unternehmen Ihren Mitarbeitern offen für die individuelle Gestaltung der Arbeitsatmosphäre zu sein, steigert dies Arbeitsmoral und Leistung. Natürlich ist es nicht unbedingt möglich jeden Wunsch zu erfüllen, aber meist sind es doch gleiche Grundbedürfnisse, die man erfüllen kann. Dass dies letztlich auch positive wirtschaftliche Auswirkungen hat, darf angenommen werden.

Foto: Pixabay

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Privatsphäre

Chantal Mortada • 12. September 2016


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